Das ist ohne Zweifel das Prenzlauerbergste, was ich je sah* — was woanders als Müll gilt, wird hier ausgespült, vor die Tür gestellt und als „Give-Away“ verschenkt. Dieses friedlich bourgeoise Schillern zwischen „ist sinnvoll & super“ und „are you fucking kidding me“. Fehlt eigentlich nur noch eine Spendenbox für „Verfolgte Impfkritiker“ mit der Aufschrift „if you enjoyed this Glasmüll, please consider donating to our upcoming 5G-Covid-Antivaxx-documentary“. *vielleicht auch nur 2. Platz hinter dem Macha-Haferlatte-GAU beim pesca-pescatarischen Springbreak-Brunch von Marcus & Leonie 2017 #prenzlauerberg #berlin #müll #überraschungsmüll
Der IKEA-Effekt oder warum so viele Leute komplett irrwitzigen, verschwörungstheoretischen Quark glauben. #ichfragmich #corona #verschwörungstheorie #trump #spiegel #xaviernaidoo #terror Link zur Kolumne: https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/qanon-verschwoerungsideologie-zum-mitmachen-a-8656ef8e-b2dc-4b90-a09f-8cb6e4a4db19
Auf den ersten Blick sieht es nicht so geil aus für diesen umgestürzten, verbrannten Baum in Mossiface, Victoria, an dem dieser merkwürdige Zapfen hängt. Aber dann wieder handelt es sich um ein Beispiel, wie klein, naiv und auch klein wir sind im Angesicht der Natur. Der Baum zum Zapfen gehört zur Gattung der Banksien (nicht verwandt mit dem überschätzten Künstler). Banksien leben über 50 Millionen Jahre auf der Welt und ganz ehrlich, die Zeichen stehen höchstens so mittel, dass wir Menschen auch nur ein Zehntel schaffen (vgl. Trump, Klimawandel, College Rock). Zur Wahrheit der Buschfeuer gehört, dass sie ein normaler Teil der Natur sind in Australien, und zwar schon seit Millionen Jahren. Nur eben nicht in der derzeitigen Größenordnung und Radikalität. Banksien haben eine Methode entwickelt, um tödliches Feuer zu besiegen. Im Bild sehen wir, wie der Plan der Banksie aufgegangen ist, und der Plan heißt „Serotinie“. Dabei verwendet der Baum „Evolution“ und es ist sehr effektiv. Das Feuer kann zwar den Baum zerstören – aber darauf haben seine Zapfen nur gewartet. Die äußeren Schichten des Zapfens verbrennen, aber sie enthalten einen Stoff, der danach den gesamten Zapfen vor Hitze schützt. Die Samen bleiben ganz. Nach dem Feuer öffnen sich die Zapfen und entlassen die Samen in den Wind, auf dass neue Bäume entstehen. Einige Banksien toppen das noch, indem sich die Zapfen nicht direkt nach dem Feuer öffnen – sondern erst, wenn die vorher verbrannten Zapfen nass werden. Wenn also nach einem knalltrockenen Feuersommer der Regen einsetzt, der den Samen die beste Überlebenschance bietet. Wir Menschen neigen dazu, unsere Cleverness bitter zu überschätzen. Aber der Trick der Banksien erinnert uns daran, dass wir mit unseren maximal zwei Millionen Jahren einfach Evolutionsanfänger sind, brandneu im Geschäft des längerfristigen Überlebens. Es geht zwar beim Klimawandel auch um Tierleid und das Überleben von allen möglichen Spezies. Aber die Natur wird einen Weg finden, auch auf einem 5-Grad-Planeten zu blühen und wachsen. Nur wir Menschen halt nicht. Es sei denn, wir erfinden rasch eine eigene Serotinie. #australienbrennt #australianbushfires #klimawandel
Selbstportrait in Zeiten der Pandemie. . #berlin #maskeauf #corona #coronamemes #kunst #covid19 #quatsch #iro #mohawk
Ab und zu ertappe ich mich leider auch selbst dabei, Wutsnob zu sein. #ichfragmich #wutsnob #corona #maskeauf #maske #kolumne #spiegel Mehr ab Mittwoch nachmittag auf spiegel.de
… und zwar über Talkshows
Tasmanien. Habe bereits an Orten mit schlechterem Vibe zu Abend gegessen. #tasmanien #australien #sonnenuntergang
Nur ein paar Minuten voneinander entfernt. Manche Gags schreiben sich selbst. #tasmania #tasmanien #australien #boomer
Ja, die Buschbrände in Australien haben eine rassistische Geschichte und eine vulgär-umweltschützende dazu. Dass es zu so gefährlichen Buschfeuern kommt, hängt auch mit der Kolonisierung Australiens zusammen. Die Aborigines hatten eine eigene Feuerkultur (“cultural burning”) entwickelt. Stämme wie Kuku Thaypan (Nordspitze Queensland), Nyungar (Südwestspitze des Kontinents) oder D’harawal (im Südosten) entwickelten spezifische Brandtechniken, perfekt auf die jeweiligen Umweltbedingungen abgestimmt. In 40.000 Jahren schufen sie eine Weisheit des Feuers mit einzigartigem Naturwissen. Sie unterteilten Landstriche mosaikähnlich und brannten nur bestimmte Bereiche ab. Sie kalkulierten, wann unter welchen Wetterbedingungen kontrollierte Brände sinnvoll waren. Bei blindwütigem Abfackeln wachsen oft Pflanzen nach, die fürs nächste Buschfeuer besonders gefährlich sind, weil sie schneller austrocknen und sich leichter entzünden. Es gab eine indigene Buschfeuerwissenschaft. Und sie funktionierte perfekt. Dann kamen 1788 die bibelfesten Briten: Macht euch die Erde untertan. In der kolonialen Erzählung waren alle nichtweißen Nichtchristen “Wilde”, die nichts wissen konnten. Feuer war etwas Bedrohliches, ein Symbol der Hölle gar. Die Briten verboten den Aborigines das Abbrennen – bei Todesstrafe. Nach dem II. Weltkrieg entdeckten Farmer die Brandtechniken neu. Aber dem Zeitgeist erschien kaum vermittelbar, Landschaften anzuzünden. Auch beim kontrollierten Abbrennen sterben Tiere, und Fotos von verbrannten Koalas waren das letzte, was eine zunehmend umweltbewegte Öffentlichkeit sehen wollte. Die australische Bevölkerung betrachtete weiterhin jedes absichtlich gelegte Feuer als Verbrechen. Man muss hier aufpassen, solcher Vulgär-Umweltschutz wird von Klimawandelleugnern stark übertrieben als Hauptgrund für Buschfeuer großgelogen. Faktisch ist das rassistisch-koloniale Erbe samt kapitalistischem Erde-als-Untertan-Lebensstil viel wirkmächtiger. Naives Umweltverständnis “Feuer ist schlecht!” hat leider trotzdem einen Anteil. Erst in den letzten Jahren wird das indigene Buschfeuer-Wissen wiederentdeckt. Hoffentlich nicht zu spät. #australienbrennt #australianbushfires
Ja, die Buschbrände in Australien haben eine rassistische Geschichte und eine vulgär-umweltschützende dazu. Dass es zu so gefährlichen Buschfeuern kommt, hängt auch mit der Kolonisierung Australiens zusammen. Die Aborigines hatten eine eigene Feuerkultur (“cultural burning”) entwickelt. Stämme wie Kuku Thaypan (Nordspitze Queensland), Nyungar (Südwestspitze des Kontinents) oder D’harawal (im Südosten) entwickelten spezifische Brandtechniken, perfekt auf die jeweiligen Umweltbedingungen abgestimmt. In 40.000 Jahren schufen sie eine Weisheit des Feuers mit einzigartigem Naturwissen. Sie unterteilten Landstriche mosaikähnlich und brannten nur bestimmte Bereiche ab. Sie kalkulierten, wann unter welchen Wetterbedingungen kontrollierte Brände sinnvoll waren. Bei blindwütigem Abfackeln wachsen oft Pflanzen nach, die fürs nächste Buschfeuer besonders gefährlich sind, weil sie schneller austrocknen und sich leichter entzünden. Es gab eine indigene Buschfeuerwissenschaft. Und sie funktionierte perfekt. Dann kamen 1788 die bibelfesten Briten: Macht euch die Erde untertan. In der kolonialen Erzählung waren alle nichtweißen Nichtchristen “Wilde”, die nichts wissen konnten. Feuer war etwas Bedrohliches, ein Symbol der Hölle gar. Die Briten verboten den Aborigines das Abbrennen – bei Todesstrafe. Nach dem II. Weltkrieg entdeckten Farmer die Brandtechniken neu. Aber dem Zeitgeist erschien kaum vermittelbar, Landschaften anzuzünden. Auch beim kontrollierten Abbrennen sterben Tiere, und Fotos von verbrannten Koalas waren das letzte, was eine zunehmend umweltbewegte Öffentlichkeit sehen wollte. Die australische Bevölkerung betrachtete weiterhin jedes absichtlich gelegte Feuer als Verbrechen. Man muss hier aufpassen, solcher Vulgär-Umweltschutz wird von Klimawandelleugnern stark übertrieben als Hauptgrund für Buschfeuer großgelogen. Faktisch ist das rassistisch-koloniale Erbe samt kapitalistischem Erde-als-Untertan-Lebensstil viel wirkmächtiger. Naives Umweltverständnis “Feuer ist schlecht!” hat leider trotzdem einen Anteil. Erst in den letzten Jahren wird das indigene Buschfeuer-Wissen wiederentdeckt. Hoffentlich nicht zu spät. #australienbrennt #australianbushfires
Ja, die Buschbrände in Australien haben eine rassistische Geschichte und eine vulgär-umweltschützende dazu. Dass es zu so gefährlichen Buschfeuern kommt, hängt auch mit der Kolonisierung Australiens zusammen. Die Aborigines hatten eine eigene Feuerkultur (“cultural burning”) entwickelt. Stämme wie Kuku Thaypan (Nordspitze Queensland), Nyungar (Südwestspitze des Kontinents) oder D’harawal (im Südosten) entwickelten spezifische Brandtechniken, perfekt auf die jeweiligen Umweltbedingungen abgestimmt. In 40.000 Jahren schufen sie eine Weisheit des Feuers mit einzigartigem Naturwissen. Sie unterteilten Landstriche mosaikähnlich und brannten nur bestimmte Bereiche ab. Sie kalkulierten, wann unter welchen Wetterbedingungen kontrollierte Brände sinnvoll waren. Bei blindwütigem Abfackeln wachsen oft Pflanzen nach, die fürs nächste Buschfeuer besonders gefährlich sind, weil sie schneller austrocknen und sich leichter entzünden. Es gab eine indigene Buschfeuerwissenschaft. Und sie funktionierte perfekt. Dann kamen 1788 die bibelfesten Briten: Macht euch die Erde untertan. In der kolonialen Erzählung waren alle nichtweißen Nichtchristen “Wilde”, die nichts wissen konnten. Feuer war etwas Bedrohliches, ein Symbol der Hölle gar. Die Briten verboten den Aborigines das Abbrennen – bei Todesstrafe. Nach dem II. Weltkrieg entdeckten Farmer die Brandtechniken neu. Aber dem Zeitgeist erschien kaum vermittelbar, Landschaften anzuzünden. Auch beim kontrollierten Abbrennen sterben Tiere, und Fotos von verbrannten Koalas waren das letzte, was eine zunehmend umweltbewegte Öffentlichkeit sehen wollte. Die australische Bevölkerung betrachtete weiterhin jedes absichtlich gelegte Feuer als Verbrechen. Man muss hier aufpassen, solcher Vulgär-Umweltschutz wird von Klimawandelleugnern stark übertrieben als Hauptgrund für Buschfeuer großgelogen. Faktisch ist das rassistisch-koloniale Erbe samt kapitalistischem Erde-als-Untertan-Lebensstil viel wirkmächtiger. Naives Umweltverständnis “Feuer ist schlecht!” hat leider trotzdem einen Anteil. Erst in den letzten Jahren wird das indigene Buschfeuer-Wissen wiederentdeckt. Hoffentlich nicht zu spät. #australienbrennt #australianbushfires
Ja, die Buschbrände in Australien haben eine rassistische Geschichte und eine vulgär-umweltschützende dazu. Dass es zu so gefährlichen Buschfeuern kommt, hängt auch mit der Kolonisierung Australiens zusammen. Die Aborigines hatten eine eigene Feuerkultur (“cultural burning”) entwickelt. Stämme wie Kuku Thaypan (Nordspitze Queensland), Nyungar (Südwestspitze des Kontinents) oder D’harawal (im Südosten) entwickelten spezifische Brandtechniken, perfekt auf die jeweiligen Umweltbedingungen abgestimmt. In 40.000 Jahren schufen sie eine Weisheit des Feuers mit einzigartigem Naturwissen. Sie unterteilten Landstriche mosaikähnlich und brannten nur bestimmte Bereiche ab. Sie kalkulierten, wann unter welchen Wetterbedingungen kontrollierte Brände sinnvoll waren. Bei blindwütigem Abfackeln wachsen oft Pflanzen nach, die fürs nächste Buschfeuer besonders gefährlich sind, weil sie schneller austrocknen und sich leichter entzünden. Es gab eine indigene Buschfeuerwissenschaft. Und sie funktionierte perfekt. Dann kamen 1788 die bibelfesten Briten: Macht euch die Erde untertan. In der kolonialen Erzählung waren alle nichtweißen Nichtchristen “Wilde”, die nichts wissen konnten. Feuer war etwas Bedrohliches, ein Symbol der Hölle gar. Die Briten verboten den Aborigines das Abbrennen – bei Todesstrafe. Nach dem II. Weltkrieg entdeckten Farmer die Brandtechniken neu. Aber dem Zeitgeist erschien kaum vermittelbar, Landschaften anzuzünden. Auch beim kontrollierten Abbrennen sterben Tiere, und Fotos von verbrannten Koalas waren das letzte, was eine zunehmend umweltbewegte Öffentlichkeit sehen wollte. Die australische Bevölkerung betrachtete weiterhin jedes absichtlich gelegte Feuer als Verbrechen. Man muss hier aufpassen, solcher Vulgär-Umweltschutz wird von Klimawandelleugnern stark übertrieben als Hauptgrund für Buschfeuer großgelogen. Faktisch ist das rassistisch-koloniale Erbe samt kapitalistischem Erde-als-Untertan-Lebensstil viel wirkmächtiger. Naives Umweltverständnis “Feuer ist schlecht!” hat leider trotzdem einen Anteil. Erst in den letzten Jahren wird das indigene Buschfeuer-Wissen wiederentdeckt. Hoffentlich nicht zu spät. #australienbrennt #australianbushfires
Danke, Feuerwehries, ein Schild vor einer Farm, überall zeigen die Leute hier, wie dankbar sie für die Hilfe sind. Für „Firies“ ist es im Moment gar nicht so einfach, einen Laden zu finden, in dem sie für einen Kaffee bezahlen dürfen. Ein Polizist an einer Straßensperre erzählte mir beinahe überwältigt, dass er zuvor einen Feuerwehrmann aus Kanada durchgelassen habe. Zwei Kilometer hinter dem Schild fangen die verbrannten Gebiete an. #australienbrennt #australien #firefighter #feuerwehr
Es sind nicht allein die bestürzenden Bilder der Brände. Es sind vor allem die Geschichten dahinter. Zum Abschluss des ersten Teils meiner Berichterstattung der australischen Buschbrände will ich persönlicher werden. Ich habe viele tote Tiere gesehen und einen Ort, an dem ein Mensch starb. Diese niedergebrannte Farm wollte ich nicht fotografieren. Aber bei den Tieren habe ich mich entschlossen, eine Geschichte zu erzählen. Ob dieses Känguru am Buschfeuer starb, ist kaum zu klären, aber wahrscheinlich. Es ist nicht vollständig verbrannt. Viele Tiere werden nicht direkt vom Feuer getötet, sondern von Hitze und Rauch. Über die Hälfte aller Feuertoten sterben am Einatmen heißer Gase. Das tote Känguru ist mir am Ende des Streifzuges durch Sarsfield begegnet, ich habe zuerst den Kopf gesehen. Es wirkt, als seien die Nasenlöcher verkohlt, der Rest des Schädels aber nicht. Das könnte darauf hindeuten, dass das Känguru noch atmete, als die Temperaturen in seiner Umgebung zur Todesfalle wurden. Kängurus haben ein gutes Fluchtgespür und können sich sehr schnell bewegen. Der Ort schien mir nicht, als wäre das Tier von Flammen umzingelt worden. Warum also starb es dort? Solche Fragen bleiben meist unbeantwortet. Hier nicht. Wenn mich etwas mitnimmt, habe ich inzwischen verschiedene Instrumente, damit zurechtzukommen. Eines ist die intensive Beschäftigung mit der Belastung; eine Art Bewältigung durch Überdosierung. Das habe ich von meiner Frau @meikelobo gelernt. Ich habe das Känguru eingehend untersucht. Aber schon ein Blick von der anderen Seite hätte gereicht, um den Horror des Geschehens zu erfassen. Die Pfote des Kängurus hatte sich im Drahtzaun verfangen. Wahrscheinlich ist es auf der Flucht vorm Feuer hängengeblieben, hat in Panik versucht, sich zu befreien und dabei die Drahtschlinge immer fester zugezogen. Die Szenerie lässt eigentlich nur diesen Schluss zu. Das Tier gerät in eine unabsichtlich menschengemachte Falle und muss jämmerlich sterben. Ein Symbol für das derzeitige massenhafte Sterben auf dem Planeten, ob durch Buschbrände oder anders. Wir sind dabei, Fallen zu bauen, auch für uns selbst. #australienbrennt #australianbushfires
Es sind nicht allein die bestürzenden Bilder der Brände. Es sind vor allem die Geschichten dahinter. Zum Abschluss des ersten Teils meiner Berichterstattung der australischen Buschbrände will ich persönlicher werden. Ich habe viele tote Tiere gesehen und einen Ort, an dem ein Mensch starb. Diese niedergebrannte Farm wollte ich nicht fotografieren. Aber bei den Tieren habe ich mich entschlossen, eine Geschichte zu erzählen. Ob dieses Känguru am Buschfeuer starb, ist kaum zu klären, aber wahrscheinlich. Es ist nicht vollständig verbrannt. Viele Tiere werden nicht direkt vom Feuer getötet, sondern von Hitze und Rauch. Über die Hälfte aller Feuertoten sterben am Einatmen heißer Gase. Das tote Känguru ist mir am Ende des Streifzuges durch Sarsfield begegnet, ich habe zuerst den Kopf gesehen. Es wirkt, als seien die Nasenlöcher verkohlt, der Rest des Schädels aber nicht. Das könnte darauf hindeuten, dass das Känguru noch atmete, als die Temperaturen in seiner Umgebung zur Todesfalle wurden. Kängurus haben ein gutes Fluchtgespür und können sich sehr schnell bewegen. Der Ort schien mir nicht, als wäre das Tier von Flammen umzingelt worden. Warum also starb es dort? Solche Fragen bleiben meist unbeantwortet. Hier nicht. Wenn mich etwas mitnimmt, habe ich inzwischen verschiedene Instrumente, damit zurechtzukommen. Eines ist die intensive Beschäftigung mit der Belastung; eine Art Bewältigung durch Überdosierung. Das habe ich von meiner Frau @meikelobo gelernt. Ich habe das Känguru eingehend untersucht. Aber schon ein Blick von der anderen Seite hätte gereicht, um den Horror des Geschehens zu erfassen. Die Pfote des Kängurus hatte sich im Drahtzaun verfangen. Wahrscheinlich ist es auf der Flucht vorm Feuer hängengeblieben, hat in Panik versucht, sich zu befreien und dabei die Drahtschlinge immer fester zugezogen. Die Szenerie lässt eigentlich nur diesen Schluss zu. Das Tier gerät in eine unabsichtlich menschengemachte Falle und muss jämmerlich sterben. Ein Symbol für das derzeitige massenhafte Sterben auf dem Planeten, ob durch Buschbrände oder anders. Wir sind dabei, Fallen zu bauen, auch für uns selbst. #australienbrennt #australianbushfires
Es sind nicht allein die bestürzenden Bilder der Brände. Es sind vor allem die Geschichten dahinter. Zum Abschluss des ersten Teils meiner Berichterstattung der australischen Buschbrände will ich persönlicher werden. Ich habe viele tote Tiere gesehen und einen Ort, an dem ein Mensch starb. Diese niedergebrannte Farm wollte ich nicht fotografieren. Aber bei den Tieren habe ich mich entschlossen, eine Geschichte zu erzählen. Ob dieses Känguru am Buschfeuer starb, ist kaum zu klären, aber wahrscheinlich. Es ist nicht vollständig verbrannt. Viele Tiere werden nicht direkt vom Feuer getötet, sondern von Hitze und Rauch. Über die Hälfte aller Feuertoten sterben am Einatmen heißer Gase. Das tote Känguru ist mir am Ende des Streifzuges durch Sarsfield begegnet, ich habe zuerst den Kopf gesehen. Es wirkt, als seien die Nasenlöcher verkohlt, der Rest des Schädels aber nicht. Das könnte darauf hindeuten, dass das Känguru noch atmete, als die Temperaturen in seiner Umgebung zur Todesfalle wurden. Kängurus haben ein gutes Fluchtgespür und können sich sehr schnell bewegen. Der Ort schien mir nicht, als wäre das Tier von Flammen umzingelt worden. Warum also starb es dort? Solche Fragen bleiben meist unbeantwortet. Hier nicht. Wenn mich etwas mitnimmt, habe ich inzwischen verschiedene Instrumente, damit zurechtzukommen. Eines ist die intensive Beschäftigung mit der Belastung; eine Art Bewältigung durch Überdosierung. Das habe ich von meiner Frau @meikelobo gelernt. Ich habe das Känguru eingehend untersucht. Aber schon ein Blick von der anderen Seite hätte gereicht, um den Horror des Geschehens zu erfassen. Die Pfote des Kängurus hatte sich im Drahtzaun verfangen. Wahrscheinlich ist es auf der Flucht vorm Feuer hängengeblieben, hat in Panik versucht, sich zu befreien und dabei die Drahtschlinge immer fester zugezogen. Die Szenerie lässt eigentlich nur diesen Schluss zu. Das Tier gerät in eine unabsichtlich menschengemachte Falle und muss jämmerlich sterben. Ein Symbol für das derzeitige massenhafte Sterben auf dem Planeten, ob durch Buschbrände oder anders. Wir sind dabei, Fallen zu bauen, auch für uns selbst. #australienbrennt #australianbushfires
Über hunderte Kilometer sieht es auf der Straße so aus. Oberflächlich betrachtet wie Nebel, aber der Rauch fühlt sich schwerer an. Und er beißt natürlich. Man glaubt eine zeitlang sich dran zu gewöhnen, aber er beißt weiter. Die Feuer sind etwas zurückgegangen, aber alles andere als besiegt. An der Südostküste ist Tourismus wirtschaftlich ziemlich entscheidend, ich habe mit ein paar Leuten gesprochen, sie sind niedergeschmettert. Eigentlich Hochsaison, aber sehr viele haben storniert. Die Kellnerin in meinem Hotel hat mir auf Google Maps die Häuser in ihrem Heimatdorf gezeigt, die abgebrannt sind. Ich bin eher nicht jemand, der von vorderster Flammenfront berichtet, das kann ich nicht und es ist mir zu gefährlich. Aber ich habe mir vorgenommen, mir das verbrannte Gebiet anzuschauen. Was geschieht nach dem Feuer? #ohnefilter #australienbrennt
In diesem Waldstück hat es vor einigen Wochen gebrannt, direkt neben einer Siedlung. Eine Frau erzählte mir, wie ihr Bruder vom Feuerwehreinsatz zurückkam – und sein Haus war niedergebrannt. Man kann kaum mit Gewissheit sagen, ob das Känguruh zu diesem Schädel schon vorher tot war. Ich habe aber eine Menge Tiere gesehen, die defintiv im Feuer starben. Und welche, die noch leben. Brände gehören zur Natur dazu, das ist nicht das Besondere – die Größenordnung und der vergleichsweise frühe Beginn aber schon. Kurz vor Weihnachten waren im Nachbarbundesstaat New South Wales 3,4 Millionen Hektar Wald und Buschland verbrannt. In den Jahren davor waren es für den gesamten Sommer im Schnitt 280.000 Hektar (Quelle: NSW Rural Fire Service via @guardian). Hier im Nachbarstaat Victoria hat es zu diesem Zeitpunkt erst richtig begonnen. #australienbrennt #känguru #australianbushfires
Auf unfassbare 300 bis 400 Meter Entfernung kann ein Buschfeuer einen Menschen töten. Das habe ich schon erwähnt, aber noch nicht eingeordnet. Es hängt mit der enormen Energie zusammen, die ein Feuer freisetzt. Die energetische Intensität von Buschfeuern misst man in Kilowatt je Meter Flammenfront. Das hört sich für die Physik-Leistungskurs-Fraktion hemdsärmelig an, aber hat sich bei der Brandbekämpfung als sinnvoll herausgestellt. Wieviel Energie erzeugt das Feuer, dem man gegenübersteht? Ein kontrolliertes Feuer zur Reduktion von brennbarem Material liegt bei rund 500 Kilowatt je Meter. Mit der Intensität geht auch die Höhe der Flammen einher: bis zwei Meter. Solche Zahlen dienen auch dazu, die richtige Brandbekämpfungsstrategie anzuwenden. Bis 800 Kilowatt kann man zum Beispiel mit einer Sense unter Wasserstrahlunterstützung versuchen, das brennbare Unterholz reduzieren, um die Ausbreitung zu verhindern oder zu verlangsamen. Die Flammen schlagen bis sieben Meter hoch. Oberhalb von 1000 Kilowatt je Meter wird es schwierig, von Hand gegen das Feuer zu kämpfen. Bei Feuern bis 2000 Kilowatt je Meter werden schwere Gerätschaften eingesetzt, Löschfahrzeuge mit weitreichenden Wasserdüsen und Flugzeuge, die die Feuerfront direkt mit Wasser bombardieren. Die Flammen schlagen fast 15 Meter hoch. Bis zu 3000 Kilowatt je Meter lassen sich die “Fire Suppression Strategies” (Feuer-Zurückdrängungsstrategien) der australischen Feuerwehr noch anwenden. Zuletzt wird das Feuer indirekt angegriffen, die Löschflugzeuge befeuchten eher die Bereiche vor dem Brand, als das Wasser in die Flammen zu sprühen, die bis zu 20 Meter hoch züngeln. In 50 Metern Distanz herrscht akute Lebensgefahr durch „radiant heat“. Oberhalb von 3000 Kilowatt ist keine “Fire Suppression” mehr möglich. Die Feuerwehr kann die Ausbreitung des Buschbrand kaum mehr direkt bekämpfen. Die extremsten Buschfeuer erreichen eine Feuerintensität von 100.000 Kilowatt je Meter, die Flammen schlagen dabei bis zu 70 Meter hoch. #australienbrennt #australianbushfires (Quelle: Austral. Akademie der Wissenschaften science.org.au. In “Understanding Bushfires” sind die Forschungsergebnisse zusammengefasst).
Der wirklich gloriose Ameisenigel ist eigentlich dämmerungs-, im Sommer sogar nachtaktiv. Der wahrscheinliche Grund, warum ich diesen hier mitten am Tag beobachten konnte: Durch den Brand seines Habitats findet er viel weniger Nahrung (kaum überraschend Ameisen) und muss länger, naja: jagen. Sehr viele Tiere sterben nicht am Brand selbst, sondern später durch die Verwüstung ihres Lebensraums. Als er mich bemerkt, ist er erst irritiert und gräbt sich dann nach guter Ameisenigelart ein. Seine ganz exquisiten Schnaufgeräusche sind leider nicht so richtig zu hören. #australienbrennt #ameisenigel #australiabushfires
Buschbrände werden zu Friedhöfen, für Tiere ohnehin, aber auch für Menschen. Nicht nur, dass die Hitze aus über 300 Metern Menschen töten kann – Gase und Rauch machen schnell ohnmächtig. Ebenso ein Hitzschlag, der zu den schlimmsten Gefahren bei Buschfeuern gehört. Man verliert das Bewusstsein und verbrennt. Drei Viertel der Menschen sterben in nicht mehr als 200 Metern Entfernung von ihrem Haus oder darin. Das eigene Haus mit allen Mitteln gegen das Feuer zu verteidigen, das hört sich für städtische Ohren vielleicht komisch an. Es ist aber akzeptiertes, australisches Recht und es ist legitim, dabei Hilfe von der Administration einzufordern. Die Behörden empfehlen dafür mindestens zwei gesunde, nicht-behinderte Erwachsene, die „entschlossen“ und „psychisch belastbar“ sein müssen, Schutzkleidung sowie mindestens 10.000 Liter Wasser. Die australische Wissenschaftsbehörde CSIRO hat ein frei verfügbares Software-Framework namens Spark programmiert, mit dem Sachkundige den Verlauf von Buschfeuern vorhersagen können (siehe 2. Foto). Dabei spielen Faktoren wie Wetter, Gelände und Vegetation eine wichtige Rolle. Auf ebenem Grund unter normalem Windbedingungen breitet sich ein Feuer mit etwa 100 Metern pro Stunde aus. An einem Hang mit 20% Steigung sind es 400 Meter je Stunde. Auf Grundlage solcher (und ähnlicher) Vorhersagen werden die Pläne erstellt, nach denen gelöscht wird – oder eben nicht mehr gelöscht werden kann. Ein wichtiger Teil der Feuerwehrarbeit ist zu verhindern, dass Buschbrände sich in Richtung von Siedlungen verbreiten, durch „backburning“ (kontrolliertes Verbrennen von Material, das später das Buschfeuer anheizen würde) oder „water bombing“ (aus der Luft abgeworfene Wassermassen verdampfen, reduzieren die Temperatur, so wird das Feuer verlangsamt). Übrigens ist ein Grund, warum auf Buschbrandfotos oft unverbrannte Blätter zu sehen sind (wie hier): die unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Feuers. Die Bodenvegetation verbrennt rascher, Bäume brauchen länger. Wenn das Feuer die oberen Äste erreicht, fallen die Blätter auf einen vielleicht noch rauchenden, aber nicht mehr blattentzündend heißen Boden. #australienbrennt #australianbushfires
Buschbrände werden zu Friedhöfen, für Tiere ohnehin, aber auch für Menschen. Nicht nur, dass die Hitze aus über 300 Metern Menschen töten kann – Gase und Rauch machen schnell ohnmächtig. Ebenso ein Hitzschlag, der zu den schlimmsten Gefahren bei Buschfeuern gehört. Man verliert das Bewusstsein und verbrennt. Drei Viertel der Menschen sterben in nicht mehr als 200 Metern Entfernung von ihrem Haus oder darin. Das eigene Haus mit allen Mitteln gegen das Feuer zu verteidigen, das hört sich für städtische Ohren vielleicht komisch an. Es ist aber akzeptiertes, australisches Recht und es ist legitim, dabei Hilfe von der Administration einzufordern. Die Behörden empfehlen dafür mindestens zwei gesunde, nicht-behinderte Erwachsene, die „entschlossen“ und „psychisch belastbar“ sein müssen, Schutzkleidung sowie mindestens 10.000 Liter Wasser. Die australische Wissenschaftsbehörde CSIRO hat ein frei verfügbares Software-Framework namens Spark programmiert, mit dem Sachkundige den Verlauf von Buschfeuern vorhersagen können (siehe 2. Foto). Dabei spielen Faktoren wie Wetter, Gelände und Vegetation eine wichtige Rolle. Auf ebenem Grund unter normalem Windbedingungen breitet sich ein Feuer mit etwa 100 Metern pro Stunde aus. An einem Hang mit 20% Steigung sind es 400 Meter je Stunde. Auf Grundlage solcher (und ähnlicher) Vorhersagen werden die Pläne erstellt, nach denen gelöscht wird – oder eben nicht mehr gelöscht werden kann. Ein wichtiger Teil der Feuerwehrarbeit ist zu verhindern, dass Buschbrände sich in Richtung von Siedlungen verbreiten, durch „backburning“ (kontrolliertes Verbrennen von Material, das später das Buschfeuer anheizen würde) oder „water bombing“ (aus der Luft abgeworfene Wassermassen verdampfen, reduzieren die Temperatur, so wird das Feuer verlangsamt). Übrigens ist ein Grund, warum auf Buschbrandfotos oft unverbrannte Blätter zu sehen sind (wie hier): die unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Feuers. Die Bodenvegetation verbrennt rascher, Bäume brauchen länger. Wenn das Feuer die oberen Äste erreicht, fallen die Blätter auf einen vielleicht noch rauchenden, aber nicht mehr blattentzündend heißen Boden. #australienbrennt #australianbushfires
Da stand mal ein Traktor vor einem Gehöft. Von beidem ist nur das Unbrennbare übrig. Das Feuer in Sarsfield kam offenbar von drei Seiten gleichzeitig, das bedeutet, der Wind hätte gar nicht besser oder schlechter stehen können, eine Lose-Lose-Situation. Viele einzeln stehende Häuser entzünden sich nicht unbedingt durch benachbarte Bäume oder Sträucher, sondern weil brennende oder glimmende Teile vom Wind durch die Luft gewirbelt werden. Und zwar, kein Scherz, bis zu 40 Kilometer weit. Feuer breiten sich ohnehin rasch aus – aber die fliegenden Frontflammen sollen in manchen Situationen gespenstisch schnell sein, hat ein Firie erzählt. Der Feuerigel ist dann immer schon vor dem Löschhasen da, ein Rückzugsgefecht, das die Firies nicht gewinnen können. Ein Buschfeuer kann – man glaubt das kaum, aber es ist wahr – so heiß werden, dass es auf 300 Meter Entfernung allein durch die Hitze tötet. (Quelle: Australische Regierungsseite zur Warnung vor Buschfeuern). #australienbrennt #australianbushfires #sarsfieldvictoria